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Zwischen Unternehmen und Banken
News vom 06.10.2005

Badische Zeitung vom 06.10.2005
Badische Zeitung vom 06.10.2005

M-Finanz, ein neuer Finanzdienstleister, sieht Beratungs- und Handlungsbedarf nicht erst, wenn Firmen in die Krise geraten

Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

 

LÖRRACH. Zwischen Banken und Unternehmen sieht die neu gegründete M-Finanz eine Lücke, in der sie ein großes Feld von Aktivitäten von der Finanzberatung bis zur Mediation beackern will und großen Handlungsbedarf sieht. Der neue Finanzdienstleister hat seinen Hauptsitz in Basel und jetzt seine erste "operative deutsche Tochter" in Lörrach.


M steht für Mittelstand. Der umfasst für die Akteure von M-Finanz, den Bankkaufmann und früheren Lörracher Volksbankvorstand Paul Zimmer und den Bankbetriebswirt Armin Zimmermann sowie den Bankkaufmann Thomas F. J. Voss (alle verfügen über Bankenerfahrung in leitenden Funktionen) die kleinen und mittleren Unternehmen, das kann durchaus auch ein Freiberufler sein. Es gebe viel Anlass die Kommunikation zwischen Banken und Unternehmen zu verbessern.

 

In einer Pilotphase mit Schwerpunkt im Raum Freiburg habe man in der Zusammenarbeit mit Banken gute Erfahrungen gemacht und sei auch schon als vermittelnder Mediator in Konfliktfällen tätig geworden. "Steuerberater bringen uns mit Kunden zusammen," sagt Armin Zimmermann, denn "70 Prozent der Gespräche zwischen Unternehmen und Steuerberatern betreffen Bankthemen". Dafür aber haben die Steuerberater meist nicht die Zeit und nicht die Kompetenz. Und Banken seien im Umgang mit Firmen, die Finanzprobleme habe, oft in ihren Ratingvorgaben gefangen. Aber, so Zimmermann, hier brauche es ein neues Denken bei den Banken. M-Finanz hat begonnen, sich ein Netz von Kooperatoren aufzubauen: Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte. In Lörrach sind die Loeba und die Societät von Werner Althoff Kooperatoren. M-Finanz hat sein Büro auch in der Kanzlei Althoff in der Weinbrennerstraße.

 

Der erfahrene Insolvenzverhalter Werner Althoff meint, dass viele Insolvenzen nicht notwendig wären, wenn Banken und Unternehmen "früher vernünftig miteinander geredet hätten". Deshalb ist er auch sicher, dass M-Finanz im Gefüge von Unternehmen, Banken und Sparkassen, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern eine gute Rolle spielen wird. Althoff: "Alle haben etwas davon."

 

Dass die M-Finanz-Holding ihren Sitz in Basel hat, erklärt sich aus dem Ziel, so Paul Zimmer, das Wirtschaftspotenzial des nordwestschweizerischen Raumes Basel-Aargau "für unseren Wirtschaftsraum zu erschließen". Das heißt: das schweizerische Kapital für deutsche Unternehmen verfügbar zu machen. Auch dies sei ein Aspekt des erwähnten Umdenkens, dass der Kapitalbedarf des hiesigen Mittelstandes nicht nur durch Bankkredite gedeckt werden dürfe, sondern Alternativfinanzierungen in Zukunft eine stärkere Rolle spielen müssten.

 

Der neue Finanzdienstleister, der bis zum Jahresende auch einen Beirat aus Bankenvertretern, Insolvenzrechtlern, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern bilden will, der die Arbeit beratend begleiten soll, will über die Finanzdienstleistung hinausgehen und auch Managementcoaching anbieten. Denn erfahrungsgemäß seien Krisen "zu 70 Prozent durch Managementfehler ausgelöst" (Zimmermann).

 

Das Konzept der nun seit eineinhalb Jahren aktiven M-Finanz heißt "ganzheitlich beraten". Die bisher in der Pilotphase gemachten Erfahren seien gut. Darum stelle man jetzt die Tätigkeit auf breitere Füße.



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